Die wirtschaftliche Lage bleibt angespannt.
Gedämpfte Konjunkturerwartungen, geopolitische Unsicherheiten und eine hohe Volatilität der Märkte prägen den Unternehmensalltag. Wachstum ist nicht mehr planbar, Sicherheit kein verlässlicher Rahmen mehr.
Was sich dabei immer deutlicher zeigt:
Nicht einzelne Bereiche stehen unter Druck, sondern das gesamte System gerät in Spannung und wird zunehmend zu einer Abwärtsspirale:
- alle Kosten steigen,
- Lieferanten erhöhen Preise oder fallen kurzfristig aus,
- Kunden verschieben Entscheidungen, reduzieren Abrufe oder verhandeln härter,
- interne Budgets werden massiv zusammengestrichen,
- Stellen werden nicht besetzt,
- manuelle Aufgaben durch Digitalisierung ersetzt,
- Beschäftigte freigesetzt,
- die Konkurrenz am Arbeitsmarkt wächst,
- die Zahl der Arbeitssuchenden steigt,
- junge Menschen finden keinen Einstieg in die Arbeit,
- das Sozialsystem wird zunehmend fragiler.
Für Geschäftsführungen, HR-Leitungen, Führungskräfte und Arbeitnehmervertretungen bedeutet diese Lage vor allem eines:
Entscheidungen müssen getroffen werden, während sich die Rahmenbedingungen permanent verändern.
Die Interessen des Einzelnen unterliegen dem Kollektivinteresse. Und das Kollektivinteresse ist eng an wirtschaftliche Stabilität gekoppelt.
Für alle beteiligten Stakeholder verschärft sich ihr Handlungsfeld erheblich, denn sie sollen:
- unternehmerische Entscheidungen treffen, während diese stärker denn je von äußeren Faktoren abhängig sind,
- Sicherheit vermitteln, während objektiv weniger Sicherheit vorhanden ist,
- Interessen vertreten, während Spielräume enger werden,
- Leistungsträger binden, während Gehaltsanpassungen ausgesetzt, Benefits reduziert und Weiterbildungen gestrichen werden,
- zukunftsweisende Strategien und Maßnahmen entwickeln, obwohl die Unsicherheit hoch und Klarheit begrenzt ist.
Beschäftigte befinden sich dabei im Dauerzustand der Anpassung:
- hohe Unsicherheit durch wirtschaftlichen Druck,
- technologische Veränderungen,
- steigende Leistungsanforderungen,
- reduzierte Entwicklungs- und Zukunftsperspektiven.
Was bei allen Beteiligten nach außen wie „Resilienz“ wirkt, ist intern oft Erschöpfung auf hohem Funktionsniveau. Die empfundene Handlungsfähigkeit wird eingeschränkt, weil alle Ebenen zunehmend nur noch im Überlebensmodus und nicht mehr im Normalmodus agieren können.
Im Rahmen meiner Mandate erlebe ich dieses Szenario nahezu täglich.
Ich verstehe es als meinen Arbeitsauftrag, meinen KlientInnen Perspektiven zu eröffnen, die sie wieder in Handlungsfähigkeit führen. Entscheidend ist dabei, dass alle beteiligten Stakeholder unterschiedliche Blickwinkel einnehmen können und im Dialog tragfähige Lösungen entwickeln.
Dazu gehört ausdrücklich auch, den Menschen hinter der Rolle einen Raum für ihre Emotionen und Erfahrungen zu geben.
Denn jeder Part für sich, ob Geschäftsführung, Führungskräfte, HR oder Arbeitnehmervertretungen hat einen Arbeitsauftrag, der nur augenscheinlich gegenläufige Interessen beinhaltet. Letztlich verfolgen alle dasselbe Ziel: ein wirtschaftlich stabiles Unternehmen mit Zukunftsperspektive.
Wie empfinden Sie dieses Thema in Ihrem Unternehmen? Schreiben Sie mir gerne!